Home Kirche

Kirche

Die Thüler St. Laurentiuspfarrgemeinde stellt sich vor:


Unsere Gemeinde

Wir gehören zum Pfarrverbund Heder-Gunne-Lippe und unser Pastor ist Johannes Kudera. Auf den Seiten des Pastoralverbundes www.heguli.de findet Ihr den Pfarrbrief. Vor kurzem ist Pfarrer Martin Beisler als Leiter des Pastoralverbundes eingeführt worden. Wir wünschen ihm viel Erfolg und Spaß bei seiner Arbeit.


Pfarrgemeinderat

Der Pfarrgemeinderat besteht aus 12 Mitgliedern, davon sind 8 gewählt und 4 berufen. Erste Vorsitzende ist Hannelore Tüllmann. Wir kümmern uns um die Ausgestaltung der kirchlichen Veranstaltungen wie Pfarrfeste, Seniorennachmittage, Martinsspiel und ähnliches.

Kirchenvorstand

Der Kirchenvorstand verwaltet das Geld der Pfarrei. Er hat 8 Mitglieder. Der erste Vorsitzende ist der Pfarrer. Als Stellvertreter ist Theo Küsterarent bevollmächtigt. Unsere Mitglieder unterstützen zudem kirchliche Feste, wie Prozessionen (Himmelsträger), und sie sammeln die Kollekte in den Messen ein.

Aktuelle Messzeiten in Thüle sind

Samstag 19.00Uhr Vorabendmesse

Dienstag 18.30Uhr Rosenkranzgebet

Dienstag 19.00Uhr Abendmesse

 
Öffnungszeiten des Pfarrbüros im Pfarrhaus, Westernstr. 1 

Mittwochs 15-17Uhr

Telefon: 05258-6296

Fax: 05258-940918

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Taufen finden jeden 3. Sonntag im Monat statt




Geschichte der Pfarrgemeinde St. Laurentius Thüle

Franz Alexander Sonntag

Thüle gehörte ursprünglich zur Pfarrei Boke. Sie mag schon vor der Gründung des Bistums Paderborns entstanden sein, denn Boke gilt als Sitz eines fränkischen Grafen1. Damals waren von Karl dem Großen verschiedene Missionssprengel in Sachsen eingerichtet und bestehenden Diözesen zugeteilt worden. Das spätere Paderborner Gebiet gehörte zum Würzburger Missionsgebiet.2 Oft kann eine solche Vermutung durch den Namen des Kirchenpatrons gestützt werden, z.B. ist der hl. Kilian ja auch heute noch Nebenpatron des hohen Doms zu Paderborn. Doch in Boke hilft uns ein solcher Hinweis nicht weiter, denn die Boker Kirche war 836 schon so bedeutend, dass die Reliquien des hl. Landolinus dorthinübertragen wurden, so dass ein möglicher früherer Patron von jenem Heiligen verdrängt wurde. Aufgrund der erwähnten Bedeutung kann also durchaus vermutet werden, dass Boke die Urpfarrei des gesamten Entenkopfs des Altkreises Büren, vielleicht auch der heutigen Städte Salzkotten und Geseke, war. Ob in Thüle vor Bau des Kirchturms eine Kapelle, vielleicht aus Holz, wie es sie damals auch an anderen Orten gab, gestanden hat, ist nicht bekannt.
Wann also entstand die Thüler Kirche? Das zu diesem Thema älteste Dokument der Thüler Geschichte ist der Kirchturm selbst. Er soll um 1020 errichtet worden sein. Die genannte Datierung des Turms taucht zuerst auf einem von Pfarrer Borgmeyer -wahrscheinlich in Zusammenhang mit der bevorstehenden Erweiterung - 1884 angefertigten Grund- und Aufriss der Thüler Kirche auf.3 Es gibt allerdings nur wenige Hinweise auf die Begründung dieses Datums. Bei den Verhandlungen um Neubau oder Erweiterung der Kirche wurden nämlich Alter und kunstgeschichtliche Bedeutung unserer Kirche heruntergespielt, da von dem Pfarrer anscheinend ein Neubau bevorzugt wurde.

Welche Hinweise erlauben uns also, von einem Bau des Turms während der Amtszeit des seligen Bischofs Meinwerks auszugehen? Zunächst ist da ein Brief des Architekten der Erweiterung der Thüler Kirche, Diözesanbaumeister Baurat Arnold Güldenpfennig, zu erwähnen, in dem er dem Mauerwerk des Turms eine bessere Qualität und Bearbeitung bescheinigt als dem Rest der

Kirche. Auf alten Fotos können wir noch heute erkennen, dass das Kirchenschiff ursprünglich „ mit einem Bewürfe versehen " war, wie auch Baurat Güldenpfennig betont. Dem Turm fehlt dieser Verputz. Vielleicht hat das mit der etwas besseren Qualität des Mauerwerks zu tun. Im

Mittelalter verbarg man nicht genügend bearbeitete Steine unter Putz. Die bearbeitete oder verputzte glatte Fläche sollte die Christen symbolisieren, die gleichsam als durch die christliche Lehre zu besseren Menschen geformt und als durch die christlichen Gebote bearbeitet betrachtet wurden5. Wahrscheinlich sind jedoch die unterschiedlichen Baulasten von Kirchenschiff und Turm für die unterschiedliche Übung beim Verputz der Kirche in späterer Zeit verantwortlich.
Wie aus der Pfarrchronik von 1727 und einer Aufstellung der Kriegs- und Domänenkammer Münster6 hervorgeht, lagen die Baulasten für Kirche, Glocken und Turmuhr bei der politischen Gemeinde, während Schiff und Sakristei aus Mitteln der Kirche erhalten werden mussten. Dabei hatte Scharmede, außer zu der Turmuhr, ein Drittel beizutragen. Auch Pastorat und Küsterei wurden übrigens von der politischen Gemeinde erhalten. Die unterschiedliche Verteilung der

Baulasten kann durchaus auf eine unterschiedliche Zeit der Erbauung hinweisen. Ein anderer Hinweis ist die Unterschiedlichkeit des Gewölbes in Turm und altem Kirchenschiff, wie sie z.B. aus dem oben erwähnten Aufriss hervorgeht. Dies mag daran liegen, dass der Turm erst später eingewölbt wurde, schließlich wurde der Gewölbebau erst im zwölften Jahrhundert bei uns heimisch.